Andrea van Reimersdahl
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Aktuell

Andrea van Reimersdahl realisiert Installationen und Performances, die Attribute wie Flüchtigkeit, Vergänglichkeit und Fragilität in einer räumlichen Dimension kommunizieren. Ziel ist eine subtile Raum-Zeit-Wahrnehmung. Ausgangspunkt ist die abstrakte Zeichnung.






2003-2013

Zum Ende ihrer Ausbildung zur Malerin / Zeichnerin an der Weißensee Kunsthochschule Berlin beschäftigte sich Andrea van Reimersdahl mit der Zeichnung und der Druckgrafik. In verschieden Techniken brachte sie Kompositionen aus grafischen Elementen, Strukturen aus Linien und Flächen oder Rastern auf unterschiedliche Träger. Ihr Anliegen war die Bewegung von der Zweidimensionalität in den Raum. In den ersten Jahren nach ihrer Ausbildung arbeitete sie mit dem menschlichen Körper und betrachtete ihn als grafische Skulptur. Sie begann Kleidung zu entwerfen und inszenierte sie als tragbare Unikate in der Bewegung. Die Dinge entwickelten ihre eigene Dynamik. Sie startete eine Produktion im eigenen Ausstellungs- und Verkaufsraum und partizipierte erfolgreich an internationalen Projekten und Kooperationen, zum Bsp. mit dem Mode Haus Prada, für mehrere Warner Brothers Filmproduktionen, mit dem Museumsquartier in Wien und dem Deutsche Guggenheim Museumsshop. Sie präsentierte ihre Arbeiten in Modenschauen und arbeitete mit einer internationalen Distribution an ausgewählte Geschäfte. 2013 beendete sie die Mode-Produktion und präsentiert ihre Arbeiten seitdem im Kontext der bildenden Kunst.





Julia Gwendolyn Schneider zur Ausstellung Slight Show, 2016

"Dem Ephemeren einen Raum geben"
Der Verzicht auf die Wand als Trägermaterial von Kunst, ist bei Andrea van Reimersdahls Arbeit mit textilen Elementen zentraler Bestandteil. Sie setzt Gewebe in seiner Raum bildenden Wirkung ein. (...) Die Stoffbahnen agieren wie Raumteiler im Sinne der Bauhaus-Textilkünstlerin Anni Albers, die in den 1950er-Jahren für den Einsatz von formbaren gewebten Stoffen als „Gegenstück zu den festen Wänden“ in Museen plädierte. Doch van Reimersdahl geht darüber hinaus. Zu den raumgreifenden textilen Flächen mit leichtem Faltenwurf, gesellen sich asymmetrische Drapierungen. Die amorph gewundenen Tuchbahnen hängen an fligranen Ketten in unterschiedlicher Höhe im Raum und stellen ihre fragile Stoffichkeit explizit zur Schau. Subtil unterwandert die „weiche“ Materialeigenschaft des Textilen die geordnete Raumordnung der „festen“ Architektur. Es entsteht ein diffuser Raum, in dessen Unvorhersehbarkeit das Verlockende liegt.(...) Schlussendlich lässt die gesamte Installation ein visuell-taktiles dreidimensio-nales nicht-gegenständliches Bild im Raum entstehen. (...) Bezeichnender Weise ereignet sich das Springen zwischen zwei- und dreidimensionalen Ebenen nicht nur in den installativen Arbeiten der Künstlerin, es tritt auch in ihren Zeichnungen zum Vorschein, in denen sie sich, wie im Textildruck, mit Kompositionen aus Oberfächenstrukturen beschäftigt. Auf der zweidimensionalen Ebene des Papiers sprießen und wachsen fligrane, meist schwarz-weiße, Strukturen. Die zarten Linien-Mengen können Faltungen, Kreuzungen und Krümmungen enthalten. Durch das Schrafferen abstrakter landschaftlicher Strukturen, bewegt sich van Reimersdahl auch hier im Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Medialität sowie von Fläche und Raum.

Bemerkenswert ist, dass es der Künstlerin bei ihrem Interesse an Strukturen nie um einen festgefrorenen Habitus geht, also nicht um Stillstand und strukturelle Ordnung, sondern vielmehr um eine Art bewegter Unordnung. Ihre Zeichnungen wie ihre Installationen sind von der Auseinandersetzung mit Zeitlichkeit, Vergänglichkeit und Prozessualität geprägt. Dabei gelingt es van Reimersdahl ein Stück weit die Flüchtigkeit der Welt einzufangen.
News
2018

s w Gruppenausstellung
44flavours
Clemens Behr
Rainer Fetting
Kanako Ishii
Mareike Jakobi
Jenny Keuter
Peter Klare
Katja Kollowa
Christian Meyer
Virginie Mosse
Katja Pudor
Andrea van Reimersdahl
Zuzanna Skiba
Richard Schütz
Eröffnung Freitag, 06.04.2018 19Uhr
Berlin-Weekly, Linienstr. 160, Berlin–10115
06.04 - 08.04 /12-18 Uhr


solo
Rauminstallation AUSEINANDERLAUFEN
www.berlin-weekly.com
Die Ausstellung ist bis zum 05. April 2018 zu sehen


NERFECT
Andrea van Reimersdahl und Katja Kollowa

HONG KONG TEXTILES
School of Architecture
The Chinese University of Hong Kong
Installation im öffentlichen Raum

KATALOG
Arbeitstitel: Linie zur Fläche im Raum
Ausbildung
  • 2004
    Meisterschülerin, Prof. Katharina Grosse,
    Weißensee Kunsthochschule Berlin
  • 2002
    Diplom Malerei, Prof. Hanns Schimansky,
    Weißensee Kunsthochschule Berlin
  • 2000
    Studium Malerei, Royal College of Art, London
  • 1997
    Studium Malerei,
    Weißensee Kunsthochschule Berlin
  • 1995
    Grundstudium
    Objekt–Design, Hochschule Niederrhein
Förderungen
  • 2017
    Projektförderung, Kulturamt Frankfurt am Main

    Projektförderung, Hessisches Ministerium
    für Wissenschaft und Kunst
  • 2016
    Projektförderung, Bezirksamt Pankow von Berlin

    Projektförderung, Mart Stam Gesellschaft
  • 2000
    Erasmus, London
Ausstellungen und Performances
  • 2018
    SW
    44flavours, Clemens Behr, Rainer Fetting
    Kanako Ishii, Mareike Jakobi, Jenny
    Keuter, Peter Klare, Katja Kollowa, Christian Meyer, Virginie Mosse, Katja Pudor, Andrea van Reimersdahl, Zuzanna Skiba, Richard Schütz
    Berlin-Weekly, Berlin
  • Auseinanderlaufen, Berlin-Weekly (solo)
  • 2017
    Le Zoo de Madame Y
    Benhadj&Djilali Galerie, Berlin
  • megabock, Uferhallen, Berlin
  • MODEST MONUMENTS
    mit Karwath+Todisko, saasfee*pavillon, Frankfurt am Main
  • IN ECHT ZEIT
    Performance, saasfee*pavillon, Frankfurt am Main
  • 2016
    OPEN PIECES,
    Benhadj&Djilali Galerie, Berlin
  • CODES AND CHARACTERS Performance
    Benhadj&Djilali Galerie, Berlin
  • T€MPORAR¥ PARADI$€
    Rainbow Unicorn Gallery, Berlin
  • SLIGHT SHOW
    mit Karwath+Todisko, Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin
  • ESCAPES Performance
    Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin
  • Re(a)lations
    mit Ivonne Dippmann, Glue @ M1, Berlin
  • 2015
    FELDER
    Benhadj&Djilali Galerie, Berlin (solo)
  • 2014
    364, Galerie Ursula Walter, Dresden

    In the Wilderness of Mirrors
    Galerie Ursula Walter, Dresden
  • 2010
    Matches
    Performance, Projekt Galerie, Berlin

    Gender Neutral
    Urbane Intervention, Berlin
  • 2008
    Down to Earth
    Performance, Seven Star Gallery, Berlin
  • 2005
    Die Olympia
    Miss Hecker, Berlin (solo)
  • 2004
    Trendvision
    Künstlerhaus Bethanien, Berlin
  • 2003
    Neon
    Aroma Galerie, Berlin (solo)
  • 2002
    That ́s glamorous now
    Aroma Galerie, Berlin (solo)
  • That ́s glamorous now
    Kunsthochschule Weißensee, Berlin
  • 2001
    That ́s glamorous now
    Plakatierungen im öffentlichen Raum, Berlin
  • 2000
    Malerei in Maschenmode
    Galerie Maschenmode, Berlin
  • London Biennale
    291 Gallery, London
Sonstiges
AUFTRAGSARBEITEN
  • 2017
    Vorhänge
    Casper Müller Kneer Architekten für Leisure Center, Vancouver
  • 2014
    Tragbare Fassade (digitaler Textildruck)
    Hirschmüller Schindele Architekten, Berlin
  • 2012
    Vorhänge für Dachgartenhaus
    Hirschmüller Schindele Architekten, Berlin
  • 2011
    Wandmalerei und Vorhang
    Loftrestaurant Solar, Berlin
  • 2010
    Mode für Fernsehshow
    Kroatiens Next Topmodel
  • 2007
    Warner Brothers Filmproduktion “Speed Racer”
    Regie: Wachowsky Brüder, Kostümabteilung,
    Potsdam-Babelsberg
  • 2004
    Siebdruckentwurf
    Modehaus Prada
  • Handsiebdruck auf Prada Mode
    Berlinale Kurzfilm „Tender Perfect Mind”, Potsdam-Babelsberg
  • Siebdruckunikate zur Jackson Pollock Ausstellung
    Guggenheim Museumsshop, Berlin
  • 2003–2005
    Siebdruckunikate, Shirts
    Club Transmediale (CTM), Berlin
  • 2002–2003
    Siebdruckunikate, Shirts
    Universität der Künste, Berlin
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